Kunstvolles Ferienprojekt in Braunschweig

Zwei Wochen voller vielfältiger und vielfarbiger Eindrücke und Erfahrungen, zum Abschluss eine Installation, die zum Mitmachen einlud – das war das Ferienprojekt auf dem Braunschweiger Burgundenplatz. Schon seit vielen Jahren veranstaltet das Jugendzentrum B58 ein buntes Programm im Siegfriedviertel. Erstmals engagierte sich in diesem Rahmen auch die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung.

Kai-Peter Hain, Betreuer aus dem nahegelegenen Wohnangebot am Walkürenring, erklärt die Motivation: „Wir möchten die Vernetzung hier im Viertel vorantreiben und unseren Stadtteil mitgestalten.“ Davon profitieren schließlich auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Stiftung, so Hain. „Das ist aktive Teilhabe.“

Kai-Peter Hain und Berina Lingo

Während des Ferienprojekts konnten sich Besucherinnen und Besucher über zahlreiche Freizeitangebote und Aktionen freuen. Gemeinsam mit Kunsttherapeutin Berina Lingo, Stiftungsmitarbeiterin in Salzgitter, und Klientin Laureen aus dem Wohnangebot Jahnstraße lud Kai-Peter Hain insbesondere die jüngeren Gäste zum Experimentieren ein.
Tagtäglich wurde gemalt, musiziert und auch philosophiert. „Hier können sie angstfrei ihre Kreativität entfalten und Ausdrucksvermögen entwickeln“, erläutert Hain inmitten wuselnder Kinder. Zu bestaunen waren dann zahlreiche Kunstwerke, die zwischen Bäumen und Sportplatz ausgestellt wurden.

Kinder greifen Fäden auf

Zum Abschluss erwartete die interessierte Nachbarschaft sowie die zugereisten Kolleginnen und Kollegen und Jugendlichen aus der MLS ein besonderes Highlight: Eine soziale Plastik, also eine Installation zum Mitmachen, unter dem Motto „Punkt setzen, Fäden aufgreifen“. Im Zentrum der Aktion stand ein Holzkubus, der mit Unterstützung eines Flüchtlingsintegrationskurses der Handwerkskammer entstanden und nun Blickfang mitten auf dem Burgundenplatz war. Zahllose Fäden entsponnen sich aus der Mitte des Kubus und warteten darauf, aufgegriffen zu werden. Mit Einsetzen der Dunkelheit waren alle Besucher eingeladen, zu musikalischer Begleitung einen Faden zu wählen und diesen aufzuwickeln. So bewegten sich die Teilnehmer langsam auf das Zentrum zu, um dort aufeinander zu treffen und eine besondere Begegnung zu erfahren. „Fäden aufgreifen und Wege verfolgen, in Kontakt gehen – das ist ein Prozess, der dauert das ganze Leben an“, erklärt Berina Lingo die Idee und lässt dabei bewusst Spielraum für eigene Assoziationen und Interpretationen. Schließlich wurden die Fäden in der Mitte abgeschnitten und jeder konnte das Knäuel in seinen Händen als Erinnerung behalten.

Alle Beteiligten und Besucher waren sich einig: Das war eine gelungene Aktion zum Ende zweier toller Wochen. Doch das Siegfriedviertel kann sich auf weitere Impulse aus der Stiftung freuen. Derzeit richtet die Nibelungen Wohnbau eine ehemalige Fischräucherei her. Hier wird noch in diesem Jahr das Salm-Studio eröffnet. In diesem „Forum für kreatives Miteinander“ werden Kai-Peter Hain und Kollegen aus der Stiftung künftig regelmäßig Kunstprojekte, Schreibwerkstatt, Lesungen und Ausstellungen präsentieren. Die kostenlosen inklusiven Angebote stehen allen Interessenten aus dem Viertel und darüber hinaus offen. „Wir freuen uns sehr darüber, dass sich hier im Quartier so eine Initiative entwickelt“, so Michael Hegenbarth von der Nibelungen Wohnbau.



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