Jeder, der mit offenen Augen durch unsere Städte geht, kann es sehen – ein kleines Gerät beherrscht den öffentlichen Raum: das Smartphone. Die Wahrnehmung der meisten ist darauf gerichtet, ganz besonders bei jungen Menschen. Eine kritische Auseinandersetzung mit Social Media und Co. ist für die Mansfeld-Löbbecke-Stiftung folglich geradezu zwingend – im täglichen Umgang sowieso und nun also auch in dieser Ausgabe der Impulse.

Smartphones, Apps und Online-Plattformen eröffnen fast grenzenlose Möglichkeiten zur Information, Kreativität und Vernetzung, bergen aber zugleich erhebliche Risiken. Inzwischen werden die Rufe nach Zugangssperren und Altersbeschränkungen lauter. Als weltweit erstes Land hat Australien kürzlich ein Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt. Zwar warnt etwa der Kinderschutzbund mit Verweis auf das Recht auf digitale Teilhabe vor allzu restriktivem Aktionismus. Doch so viel ist klar: Die Verführungen und Gefahren sind real und wirksame Maßnahmen überfällig. Wir Erwachsenen müssen Verantwortung übernehmen für die Online-Welten, die wir mit all ihren Abgründen erschaffen haben. Es ist unsere Aufgabe, jungen Menschen Orientierung zu geben und sie endlich wirksam zu schützen.
Deshalb beleuchten gleich mehrere Artikel in diesem Heft die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln: ein Bericht von den Digitaltagen der Stiftung, ein Gespräch mit Medientrainer und Bestsellerautor Daniel Wolff sowie Statements, in denen Kinder und Jugendliche selbst zu Wort kommen. Und Experte Thomas Althammer analysiert die Potentiale von Künstlicher Intelligenz für die Sozialwirtschaft in einem Gastbeitrag.
In der differenzierten Betrachtung wird offenkundig, dass die digitale Welt sich weder ausblenden noch einfach regulieren lässt, sondern aktiv gestaltet werden muss. Um uns sicher im Netz zu bewegen, brauchen wir klare Rahmenbedingungen und vor allem Medienkompetenz – die Fähigkeit, Angebote und Inhalte bewusst, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.