Gewalttätige Übergriffe in Bus und Bahn, an öffentlichen Plätzen oder auch in der Schule sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Wer schon Zeuge solcher Vorfälle geworden ist, kennt das bedrückende Gefühl und die schwierige Frage: Wegsehen oder eingreifen? Zivilcourage zu zeigen, bedeutet Verantwortung zu übernehmen – für Opfer in konkreten Situationen, aber auch für unser gesellschaftliches Miteinander insgesamt.

„Das Einfachste, was jeder tun kann, ist Hilfe zu holen. Zum Beispiel andere Menschen direkt ansprechen, damit sie merken, da passiert gerade etwas. Man kann sich auch als Zeuge zur Verfügung zu stellen oder einen Notruf absetzen“, erklärt Jens Mollenhauer. Der Polizeihauptkommissar unterrichtet seit über 30 Jahren Gewaltprävention, veröffentlicht Kinder- und Sachbücher zum Thema und engagiert sich im Bundesnetzwerk Zivilcourage.
In seinem Seminar lernten Mitarbeitende der Stiftung, Konfliktsituationen einzuschätzen und angemessen zu reagieren, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. „Niemand soll zum Helden werden. Wichtig ist mir, dass alle heil aus der Situation herauskommen“, betonte Mollenhauer. In theoretischen Einheiten und Rollenspielen setzten sich die Teilnehmenden mit den Themen Macht und Ohnmacht auseinander und analysierten die Rollen von Täter*innen und Opfern in Konflikten.
Stiftungsmitarbeiter Florian Stiewitt war aus pädagogischem und persönlichem Interesse zur Veranstaltung in die Wolfenbütteler Lindenhalle gekommen: „Die Berichterstattung in den Medien erweckt den Eindruck, dass Gewalt zunimmt. Deshalb gewinnt das Thema Zivilcourage in meinen Augen an Bedeutung.“ Gruppenleiterin Christin Cimander fand lobenden Worte für Inhalte und Gestaltung: „Das Seminar war durch die gute Kombination von Theorie und Praxis sehr abwechslungsreich.“
Viele weitere Fortbildungen, geöffnet auch für externe Teilnehmer*innen, finden Sie im umfangreichen Programm der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung unter www.mansfeld-loebbecke.de/fortbildung.